BWV 094 Was frag ich nach der Welt
1. Choeur 
Was frag ich nach der Welt
Und allen ihren SchÀtzen
Wenn ich mich nur an dir,
Mein Jesu, kann ergötzen !
Dich hab ich einzig mir
Zur Wollust fĂŒrgestellt,
Du, du bist meine Ruh :
Was frag ich nach der Welt !
2. Air Basse
Die Welt ist wie ein Rauch und Schatten
Der bald verschwindet und vergeht,
Weil sie nur kurze Zeit besteht.
Wenn aber alles fÀllt und bricht,
Bleibt Jesus meine Zuversicht,
An dem sich meine Seele hÀlt.
Darum : was frag ich nach der Welt !
3. Choral et RĂ©citatif TĂ©nor
Die Welt sucht Ehr und Ruhm
Bei hocherhabnen Leuten.
Ein Stolzer baut die prÀchtigsten PalÀste,
Er sucht das höchste Ehrenamt,
Er kleidet sich aufs beste
In Purpur, Gold, in Silber, Seid und Samt.
Sein Name soll fĂŒr allen
In jedem Teil der Welt erschallen.
Sein Hochmuts-Turm
Soll durch die Luft bis an die Wolken dringen,
Er trachtet nur nach hohen Dingen
Und denkt nicht einmal dran,
Wie bald doch diese gleiten.
Oft blÀset eine schale Luft
Den stolzen Leib auf einmal in die Gruft,
Und da verschwindet alle Pracht,
Wormit der arme Erdenwurm
Hier in der Welt so grossen Staat gemacht.
Acht! solcher eitler Tand
Wird weit von mir aus meiner Brust verbannt.
Dies aber, was mein Herz
Vor anderm rĂŒhmlich hĂ€lt,
Was Christen wahren Ruhm und rechte Ehre gibet,
Und was mein Geist,
Der sich der Eitelkeit entreiĂt,
Anstatt der Pracht und Hoffart liebet,
Ist Jesus nur allein,
Und dieser solls auch ewig sein.
Gesetzt, daĂ mich die Welt
Darum vor töricht hÀlt :
Was frag ich nach der Welt !
4. Air Alto
Betörte Welt, berörte Welt !
Auch dein Reichtun, Gut und Geld
Ist Betrug und falscher Schein.
Du magst den eitlen Mammon zÀhlen,
Ich will davor mir Jesum wÀhlen ;
Jesus, Jesus soll allein
Meiner Seele Reichtum sein.
Betörte Welt, betörte Welt !
5. Choral et RĂ©citatif Basse
Die Welt bekĂŒmmert sich.
Was muĂ doch wohl der Kummer sein ?
O Torheit! dieses macht ihr Pein:
Im Fall sie wird verachtet.
Welt, schÀme dich !
Gott hat dich ja so sehr geliebet,
Dass er sein eingebornes Kind
Vor deine SĂŒnd
Zur gröĂten Schmach um dein Ehre gibet,
Und du willst nicht um Jesu willen leiden?
Die Traurigkeit der Welt ist niemals gröĂer,
Als wenn man ihr mit List
Nach ihren Ehren trachtet.
Es ist ja besser,
Ich trage Christi Schmach,
Solang es ihm gefÀllt.
Es ist ja nur ein Leiden dieser Zeit,
Ich weiĂ gewiĂ, daĂ mich die Ewigkeit
DafĂŒr mit Preis und Ehren krönet ;
Ob mich die Welt
Verspottet und verhöhnet,
Ob sie mich gleich verÀchtlich hÀlt,
Wenn mich mein Jesus ehrt :
Was frag ich nach der Welt !
6. Air TĂ©nor
Die Welt kann ihre Lust und Freud,
Das Blendwerk schnöder Eitelkeit,
Nicht hoch genug erhöhen.
Sie wĂŒhlt, nur gelben Kot zu finden,
Gleich einem Maulwurf in den GrĂŒnden
Und lĂ€Ăt dafĂŒr den Himmel stehen.
7. Air Soprano
Es halt es mit der blinden Welt,
Wer nichts auf seine Seee hÀlt,
Mir ekelt vor der Erden.
Ich will nur meinen Jesum lieben
Und mich in BuĂ und Glauben ĂŒben,
So kann ich reich und selig werden.
8. Choral
Was frag ich nach der Welt !
Im Hui muĂ sie verchwinden,
Ihr Ansehn kann durchaus
Den blassen Tod nicht binden.
Die GĂŒter mĂŒssen fort,
Und alle Lust verfÀllt ;
Bleibt Jesus nur bei mir :
Was frag ich nach der Welt !
Was frag ich nach der Welt !
Mein Jesus ist mein Leben,
Mein Schatz, mein Eigentum,
Dem ich mich ganz ergeben,
Mein ganzes Himmelreich,
Und was mir sonst gefÀllt.
Drum sag ich noch einmal :
Was frag ich nach der Welt !